Geist und Kosmos: Thomas Nagel traut sich nicht
Eine polemische Buchkritik über metaphysische Feigheit und die Irrtümer der analytischen Philosophie. Mit wilden Exkursen und Fußnoten in den Fußnoten, die auf Fußnoten verweisen.
“Ihre Darstellung steht etwa auf dem Niveau einer besonders gelungenen Festrede eines Gymnasiallehrers.”
(Egon Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit, S. 1071)
Bücher haben ein Schicksal, sagt man. Als ich zum ersten Mal von Thomas Nagels Buch Geist und Kosmos hörte — das muss so irgendwann zwischen 2015 und 2018 gewesen sein — besorgte ich mir eine digitale Version und las rein. Ich kam nicht weit. Das Thema interessierte mich grundsätzlich, aber dem Buch gelang es nicht, meine Aufmerksamkeit zu fesseln. Es langweilte mich zu sehr.1 Das einzige, was hängenblieb, war, dass Nagel in der Einleitung erwähnt, dass die Kreationisten durchaus klüger über die Evolutionstheorie nachgedacht haben, als man sich das so als atheistischer, analytischer Ivy League Philosoph vorgestellt hätte und dass sie insofern die intellektuelle Verachtung nicht verdienten, mit der sie belegt werden.
Heute, ungefähr zehn Jahre später, wo ich mich plötzlich wieder mit diesen akademisch-philosophischen Themen beschäftige,2 weil mich die Frage nach der Willensfreiheit gepackt hat und diese Frage meines Erachtens nur im Rahmen größerer, metaphysischer, kosmologischer und anthropologischer Fragen beantwortet werden kann — um gar nicht von physischen, chemischen, biologischen, neurologischen, psychologischen, soziologischen und allgemein anthropologischen Fragen zu sprechen (ja, ich weiß, dass ich anthropologisch hier wiederholt habe, der Grund ist Intelligenz) —, dachte ich, dass ich mir diese knapp 180 Seitchen ja doch mal hinter die Binde kippen könnte, wie man so sagt, wie ein gutes Bier (wobei ich Bier nicht mehr vertrage).3
Was soll ich sagen, es war auch dieses Mal hart langweilig. Ich habe über zwei Wochen gebraucht, was auch andere Gründe hatte, aber der gewichtigste ist, dass ich schlicht ständig die Lektüre anderer Dinge eingeschoben habe —
ein Kapitelchen McGilchrist (gut geschrieben, aber zu viele Zitate),
ein paar extrem dichte Seiten Jean Gebser (könnte mehr Absätze machen, ansonsten top),
die einleitenden Kapitel von Peter Heussers Anthroposophie und Wissenschaft (trocken wie die Wüste, könnte sich mehr an Steiners subtilem Humor orientieren).
Geist und Kosmos — die Thesen
Um nun aber nach drei Absätzen und drei Fußnoten doch auch inhaltlich über Geist und Kosmos zu schreiben: Thomas Nagels These lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen und mehr muss man eigentlich auch nicht wissen:
Nagel glaubt, dass der materialistische Neo-Darwinismus (im Weiteren: MND) falsch ist, weil er nicht erklären könne — außer zu sagen: Was’n Zufall! —, wie das Leben entstanden sei und wie sich die Arten im gegebenen Zeitraum so mannigfaltig haben ausdifferenzieren können.
Das sind die Punkte, die er von den Kreationisten übernimmt und die er darum auch nicht großartig ausführt, obwohl das spannende Punkte wären, die wir dann wohl eines Tages bei den Kreationisten nachlesen müssten, um unsere Neugierde zu befriedigen.4
Aber selbst wenn der herrschende MND diese Prozesse doch erklären könnte, gebe es drei weitere Hürden, die er, Thomas Nagel jetzt mal ausführen wird, damit es endlich mal jemand sagt, der auch Gewicht hat, nämlich:
das Bewusstsein,
die Intentionalität und
(moralische) Werte.
Schauen wir uns das im Detail an.
Das Leben als kosmischer Zufall
Zunächst einmal muss man sich klar machen, dass es Nagel nicht leichtgefallen sein wird, zu dieser Erkenntnis zu kommen. Denn innerhalb seiner peer group ist es verpönt, zu dieser Erkenntnis zu kommen. Lieber verbiegt man alles andere, entwertet oder entstellt die eigenen Begriffe, bis sie nichts mehr bedeuten (im Falle bspw. moralischen Vokabulars), als sich einzugestehen, dass für diese im MND schlicht kein Platz ist.
Zudem ist Nagel ein überzeugter und zugegebenermaßen dogmatischer Atheist. Er sagt ganz explizit, dass er nicht will, dass es so etwas wie Gott gibt. Wenig überraschend basiert seine Sicht der Dinge dann auch nicht darauf, einen großangelegten spektakulären kosmologischen Neuentwurf anzubieten — dafür müssten wir Whitehead lesen oder — aber Vorsicht, nichts für schwache Nerven — gleich Rudolf Steiner. Sondern er versucht im Grunde, die von ihm als falsch erkannte Weltsicht — den MND — mit möglichst wenig Aufwand zu reparieren.
Mit anderen Worten, der Untertitel seines Büchleins könnte auch lauten: “Warum die materialistische neo-darwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher fast richtig, aber unvollständig ist” — denn im Grunde will er sie so belassen, wie sie ist, und nur eine Ingredienz hinzufügen: Naturteleologie.5
Ein äußerst blasses Konzept: Naturteleologie
Darunter stellt sich Nagel eine intrinsische Eigenschaft des Kosmos vor (z.B. in Form eines Panpsychismus, mit dem er liebäugelt, ohne ihn je wirklich zu empfehlen, anders als bspw. McGilchrist oder Galen Strawson),6 die keine andere Aufgabe hat, als die Erklärungslücken zu schließen, die der MND aufweist, nämlich zu erklären, wie Leben, die Vielfalt des Lebens und dann die höheren kognitiven Fähigkeiten bis hin zur moralischen Erkenntnis sich zielgerichtet statt rein zufällig entwickelt haben könnten.7
Das ist ungefähr so überzeugend wie John Searles Beschäftigung mit der Willensfreiheitsthematik, wobei dieser aber immerhin zugibt, wie unbefriedigend das alles ist, aber “that’s the best I can do” — was daran liegt, dass auch Searle es nicht für nötig hielt, Whiteheads Spätwerk zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn Rudolf Steiners Philosophie. Freiheit lässt sich — wie vieles andere auch — nicht nachträglich in ein Weltbild hineinschmuggeln.
In einem Nebensatz bemerkt Nagel übrigens, dass er für eine inkompatibilistische Willensfreiheitskonzeption ist. Mehr als diesen Nebensatz ist ihm das Thema (an dieser Stelle) allerdings leider nicht wert. Weil — und diese Haltung zieht sich durch das ganze Büchlein — das nur ablenkende Detailfragen wären. Ich denke, dass diese Detailfragen ganz im Gegenteil das Fleisch an einem ansonsten ziemlich toten Knochen sind.8
Zudem muss ich leider anmerken, dass Nagels Buch vollkommen fehlbenannt ist, denn es geht weder wirklich um Geist noch um Kosmos, das sind nämlich metaphysische Begriffe und Nagel scheut Metaphysik wie der Teufel das Weihwasser. Wahrscheinlich hat schlicht der Verlag entschieden, das Buch so zu nennen, weil es gut klingt. Ehrlicherweise hätte es eher heißen müssen:
„Drei Gründe, warum ich den Neo-Darwinismus logisch unbefriedigend finde, mich aber nicht traue, eine echte Metaphysik zu formulieren.“
Grundlagenkrisen und Quick Fixes
Worüber wir nicht vergessen sollten, dass Nagel natürlich trotzdem einen validen Punkt hat. Die neo-darwinistische Evolutionstheorie (im 20. Jahrhundert als Evolutionary Synthesis kodifiziert) steckt — wie übrigens viele Bereiche der Wissenschaften — in einer Grundlagenkrise. Die sogenannte Extended Evolutionary Synthesis versucht, ähnlich wie Nagel, diese Krise mit möglichst wenigen Zugeständnissen einzufangen, während aber ein Großteil der Biologen, gefangen in dem, was McGilchrist left hemisphere capture nennt, sich schlicht weigert, die explanatorischen Probleme überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.9
Nagel betreibt also das, was viele andere auch betreiben: Quick Fixes finden. Allerdings, das muss man ihm zugute halten, begibt er sich ja bereits mit diesem winzigen Zugeständnis an den verdrängten Bereich der Teleologie auf das sprichwörtliche Glatteis, auf dem dann solche Ungeheuer wie Steven Pinker oder Jerry Coyne auf einen warten, um einen brutal von hinten zu überfallen und auf den leblosen Knochen, die dann noch von einem übrig sind, herumzukauen.10 (Wobei ich an dieses Yeti-artige Ding aus Star Wars Episode V denke, das Luke in seine Höhle schleppt.)
Aber ich drifte ab und der Text ist jetzt schon zu lang (ich brauche einen guten Lektor, also wenn jemand Expertise darin aufweist, selbstverliebten Schreiberlingen ihren Text wegzukürzen, ohne dass diese sie dafür dann hassen, gerne PN an mich, ich zahle aber höchstens in Naturalien (ihr wisst schon, Naturteleologie, hehe) (gut, das hätte jetzt eher in eine Fußnote gehört, aber sei’s drum, der Text will leben und tut was er will.11
Die Intelligibilität der Welt
So, nun will ich aber doch auch mal ein bisschen Nagel zitieren. Nicht dass der Eindruck entsteht, ich hätte ihn gar nicht gelesen, sondern nur ein bisschen mit der KI herumgespielt.12
Nagel räumt nämlich sehr richtig zu Beginn mit der Idee auf, Wissenschaftler könnten überhaupt reine Empiristen sein. Denn die Wissenschaft werde (und das ist die oft verdrängte methodische Grundlagenreflexion, die ich immer wieder anmahne) “von der Annahme angetrieben, dass die Welt intelligibel” sei (S. 30). Intelligibel ist ein schlaues Wort (aus dem Lateinischen, so wie Intellekt) für erkennbar oder durchschaubar. Diese Annahme aber mache den Wissenschaftler (und Nagel selbst), zu “einem Idealisten im weiten Sinne”. Natürlich nicht zu einem subjektiven Idealisten (aber gibt es solche überhaupt wirklich?), aber eben doch zu einem Idealisten:
Die Welt ist unserem Geist nahe genug, dass sie in Ideen beschreibbar ist.
Und später im Buch verwendet Nagel viel Platz darauf, in Auseinandersetzung mit der Philosophin Sharon Street (guter Name!) aufzuzeigen, dass eine MND-Erklärung für das Zustandekommen unseres Geistes diese Intelligibilität seines Erachtens nicht hinreichend plausibilisieren kann: Sie versinkt in einem Erkenntnis-Skeptizismus oder -Nihilismus. (Ohne dies freilich selbst zu merken. Sie nennt sich gut gelaunt naturalistische Erkenntnistheorie und ignoriert die logischen Sprünge und Fehler in ihrer Fundierung schlicht.)
Wenn nicht Materialismus, was dann?
Wir müssen uns kurz fassen, denn wir haben zu viel Platz in der Einleitung damit vergeudet, über Nebensächlichkeiten zu schwadronieren. Also schnell:
Traditionell haben wir als Optionen, sagt Nagel:
Materialismus
Neutraler Monismus
Idealismus
Genauso können wir diese Optionen auch bei Peirce in The Architecture of Theories (S. 170) finden. Während Peirce aber Materialismus als abstoßend abtut13 und Neutralen Monismus unter Verweis auf Ockhams Rasiermesser ablehnt,14 für ihn also nur der (absolute) Idealismus übrig bleibt, behauptet Nagel, Idealismus sei eigentlich immer Theismus und diesen lehne er grundsätzlich ab und zudem erkläre er nichts, bzw. alles, aber ohne Gesetzmäßigkeiten (was doppelt und dreifach nicht stimmt, aber wie wir später erneut sehen werden, neigt Nagel zur Vereinfachung der Dinge)15.
Darum bleibt für Nagel nur der neutrale Monismus (der wie Agnostizismus weder Fisch noch Fleisch ist und auch keine Synthese aus den beiden, sondern der sprachliche Trick, einen Substanzdualismus aufrechtzuerhalten, indem man ihn von der Substanz in die Eigenschaften dieser einen Substanz verschiebt (“Loge ist teurer. Sonst kein Unterschied.”)).
Wie können wir uns diesen Neutralen Monismus vorstellen? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel Spinoza. Oder den Panpsychismus. Spinozas Konzeption ist panpsychisch und auch pantheistisch, d.h. alles ist Gott und alles hat sowohl einen materiellen als auch einen geistigen Aspekt.
Aber an Spinoza zeigt sich, wie schnell diese Pan-Konzeptionen in A-Konzeptionen umschlagen können: Denn Spinoza lässt sich auch gut apsychistisch und atheistisch lesen und wurde auch gerne so gelesen, z.B. von Jonathan Bennett in seinem Spinoza’s Ethics, der sich dann darüber aufregt, warum Spinoza am Ende dann seine wunderschön materialistisch-atheistische Philosophie dadurch verschandelt, dass er plötzlich doch noch über so unsinnige Dinge redet wie “the mind’s eternity, intuitive knowledge, the intellectual love of God”. Bennett nennt dann auch sein eigenes letztes Kapitel “A judgment on the last three doctrines”. I kid you not. So sind diese analytischen Philosophen.16
Bewusstsein = Panpsychismus + MND?
So also füllen sich die Lücken wie von selbst. Magie! Bewusstsein entsteht nicht, sondern liegt schon immer in der Materie selbst drin als ihr zweiter Aspekt (wenn man Spinoza glaubt, gibt es unzählige weitere, die wir begrenzten Ottos halt nicht kennen). Das wirft natürlich das Problem auf, warum sich unser Bewusstsein dann nicht zusammengesetzt anfühlt, aber das hält Nagel für lösbar (auch wenn er keine Lösung anbietet) oder zumindest für lösbarer als ohne Panpsychismus.
Ich denke, wie alle Menschen, die halbwegs in der Lebenswelt verankert sind und nicht im Elfenbeinturm, dass Nagel dahingehend recht hat, dass MND und die Tatsache, dass wir eine subjektive, bewusste Perspektive auf die Welt haben, sich nicht gut vereinbaren lassen. Aber dafür hätte er dieses Buch nicht schreiben müssen. Das hat er nämlich schon fast 40 Jahre früher in What is it like to be a Bat? gesagt — nur dass er damals den Hirnforschern bewies, dass sie den Geist nicht erklären können, und heute den Evolutionsbiologen beweisen will, dass blinde Mutationen ihn nicht hätten hervorbringen können.
Das ist Nagel auch bewusst. Er fühlt, dass er noch einen draufsetzen muss. Das tut er auch, indem er anführt, dass die Intentionalität, also die Gerichtetheit unseres Bewusstseins noch ein tiefergehendes Problem darstellt als nur das basale Bewusstsein, das wir vielleicht auch einem Baum (also allem Lebendigen) zuschreiben könnten. (Wobei ich nicht verstehe, dass Nagel, wenn er doch mit dem Panpsychismus liebäugelt, nicht auch den Mineralien Bewusstsein zuschreiben will, wodurch auch sie Werte hätten.)
Eine “reduktive Darstellung der Vernunft”, so Nagel (S. 127f.) sei “noch schwerer vorstellbar als eine reduktive Darstellung des Bewusstseins”. Ihm erscheine eine “holistische oder emergente Antwort” “wahrscheinlicher”. Nun gut. An anderem Orte habe ich mich bereits darüber ausgelassen, dass Emergenz nichts erklärt und zudem im Grunde versteckt reduktionistisch ist.
Nagel unterscheidet, klugerweise muss man sagen, die konstitutive Frage, wie etwas in die Welt passt, von der historischen Frage, wie es auch entstanden sein kann. Gerade dieser Hinweis auf die historische Frage könnte Nagels Augen dafür öffnen, dass ein Weg, der nicht von den Atomen des Bewusstseins zu höheren, komplexeren Formen aufsteigt, sondern anders herum, vom höchsten Bewusstsein zu den niederen Formen absteigt, viel logischer ist (wie Peirce es korrekt sah und Whitehead und Steiner sowieso und die indische Philosophie und die griechische und überhaupt alle Weisheitslehren). Das kann man holistisch nennen. Oder Panentheismus (die Welt ist Teil Gottes, was wiederum viel logischer ist als Pantheismus oder normaler Null-Acht-15-Theismus).
Just my humble opinion.
Nagel bleibt aber lieber beim Legosteinchen Zusammensetzen. Never touch a running system, I guess. Obwohl… es ja nicht so gut läuft, zumindest laut Nagel. Egal, kommen wir zu den Werten, denn da habe ich das letzte und ernsteste Hühnchen mit Nagel zu rupfen, wie man sagt.
Der utilitaristischste Nicht-Utilitarismus
Man muss wissen, dass Nagel den Utilitarismus, der in der analytischen Philosophie beliebt ist, ablehnt. Er befindet sich eher in geistiger Verwandtschaft zu G.E. Moores Intuitionismus: Werte sind real, aber keine metaphysischen Objekte in der Welt (à la Platon), sondern irgendwie nicht-metaphysische Bestandteile einer nicht-naturalistischen Welt und als solche nicht weiter analysierbar. Dass etwas gut ist, lässt sich nicht mit Verweis auf eine andere Tatsache begründen. So weit, so unplausibel.17
Dennoch hantiert Nagel permanent mit den Lieblingsvokabeln der Utilitaristen herum: Schmerz (pain), den es zu vermeiden und Lust (pleasure), die es zu erlangen gelte. Es lässt sich ohne Schwierigkeiten und mit ein wenig Introspektion zeigen, dass es schlicht nicht stimmt, dass wir Schmerz vermeiden und Lust maximieren wollten oder dass wir dies für gut, moralisch oder edel hielten.18 Insofern ist mir nicht begreiflich, warum Nagel ausgerechnet diese Vokabeln verwendet, wenn er als Nicht-Utilitarist über Moral reden will.
Das Problem für Nagel ist nämlich, wenn sich Moral tatsächlich auf Schmerz und Lust reduzieren ließe, dann hätte der MND eine extrem plausible Erklärung für unsere Moralvorstellungen, die dann eben nicht normativ, sondern lediglich deskriptiv wären. (Street bspw. versucht vergeblich, die Normativität wieder reinzuschmuggeln, indem sie in vollkommener Leugnung historischer und anthropologischer Kenntnisse behauptet, alle Menschen müssten doch zu allen Zeiten mit ein wenig logischem Denken zum Schluss kommen, dass es grundsätzlich falsch sei, andere Menschen umzubringen oder zu versklaven. Das stimmt schlicht nicht. Die Menschen waren nicht unlogischer als wir, sie hatten schlicht ein anderes Kategoriensystem als wir. Menschenrechte sind eine außergewöhnliche Erscheinungsform in der westlichen Aufklärungstradition, die sich historisch aus der christlichen Idee der Brüderlichkeit und der Feindesliebe speist, wobei die Geschichte des Christentums wie auch die persönlichen Biographien der Aufklärer zeigen, wie wacklig diese Idee selbst im Westen aufgestellt ist. Was nicht gerade für Streets Hypothese spricht. Aber selbst wenn sie damit recht hätte, wäre dies noch immer nur eine deskriptive Beschreibung, wozu Menschen als Regel kommen würden, wären sie deutlich vernünftiger, als sie es de facto sind und keine normative Forderung, dass sie tatsächlich auch dementsprechend handeln sollten. Aber das nur am Rande.)
Ich vermute, dass Nagel hier seinen Hauptgegnern des MND, die typischerweise auch einen naturalistischen Utilitarismus vertreten, das Vokabular schenkt, um sich sozusagen auf ihre reduktionistische Ebene herabzulassen, um dann dort zu zeigen, dass selbst dort, auf dieser niedersten Ebene einer möglichen Wertehierarchie, ihre Konzeption schon nicht funktioniert oder zumindest nicht als Werterealismus, sondern höchstens als moralischer Subjektivismus (dem er zubilligt, in einem gewissen Rahmen immerhin zu einem moralischen Intersubjektivismus ausbaufähig zu sein).
Das halte ich aber dennoch für einen taktischen Fehler. Man kann das als einen Argumentationsstrang nutzen, sollte dann im Weiteren aber aufzeigen, wie viel dichter unser moralisches Vokabular sein müsste (und dabei könnte man sich dann z.B. mit den Schwergewichten Bernard Williams (Ethics and the Limits of Philosophy) und Alasdair MacIntyre (After Virtue) auseinandersetzen.
So erweckt Nagel bei einem Leser, der nicht unter left hemisphere capture leidet, den Eindruck, dass er sich innerhalb eines irrelevanten Diskurses zwischen zwei irrelevanten Alternativen, die beide fast das Gleiche meinen, so oder so aber keinen pragmatischen Unterschied machen würden, hin und her bewegt.19
Warum überhaupt Werte?
Ich möchte mit einem Gedankengang beschließen, den ich bei Ivan Illich gefunden habe, der aber auch gut zu Alasdair MacIntyre und der Tugendethik passen dürfte, die ich für die einzig mögliche Form der Ethik halte.20
Illich hält es nämlich für einen historischen Fehler, dass wir überhaupt angefangen haben, im Moralischen von Werten zu sprechen. Damit begehen wir ihm zufolge einen Kategorienfehler: Wir übertragen einen ökonomischen Begriff auf das Zwischenmenschliche und entmenschlichen es dadurch. (Genau das ist die Falle, in die der Utilitarismus getappt ist.)
“[Illich] entfernte sich von der Sprache der ‘Werte’, … und begann, einfach vom Guten zu sprechen. Das Gute, wie er es zu verstehen begann, ist das, was in einer gegebenen Situation einzigartig und unvergleichbar angemessen ist. Es besitzt einen bestimmten Maßstab, zeigt eine bestimmte Proportion. Es passt, und die Sinne können dies wahrnehmen, genau so, wie sie wahrnehmen können, wenn etwas falsch klingt. Werte sind dagegen eine universelle Währung ohne festen Ort oder innere Begrenzung. Sie ordnen und vergleichen anhand ihres Maßstabs alle Dinge nach ihrer Nützlichkeit oder ihrer relativen Knappheit.” (David Cayley, in der Einleitung zu Illich, In den Flüssen nördlich der Zukunft, S. 46f., m.H.)
Wenn wir im ethischen Diskurs also von Werten sprechen, dann ist das kein neutrales Vokabular, sondern gleicht bereits einer konzeptuellen Vorentscheidung, die meines Erachtens hochproblematisch ist, weil sie uns blind macht für die konzeptuellen Alternativen. Oder aber diese Alternativen lächerlicher aussehen lässt, oder unbegründeter, als sie es in Wahrheit sind. So wie Nagel sagt: Hey, wenn wir uns die Argumente, nicht den metaphyischen Überbau, aber die Argumente der Kreationisten anschauen, dann haben sie valide Punkte!, so müsste er eigentlich auch sagen:
Wenn wir uns anschauen, wie die Menschen vor der Moderne und der Ökonomisierung der Lebenswelt über Ethik gesprochen haben, nämlich vom Guten, dann sind da signifikante Unterschiede in der Konzeption dessen, worüber Ethik eigentlich spricht, die wir nicht ignorieren sollten (ohne dass wir den metaphysischen Überbau übernehmen müssten).21
Fazit: Tiefer Denken
Nagels Buch bewegt sich im Elfenbeinturm der analytischen Philosophie. Löblicherweise öffnet Nagel ein kleines Fenster irgendwo in einem abgelegenen Zimmerchen. Und selbst dafür wurde er dann ausgeschimpft. Wir freilich, die wir wissen, um Antoine de Sainte-Exúpery zu paraphrasieren, was das Leben wirklich ausmacht, wir lachen nur über solche Elfenbeinturm-Debatten.
Aber wir lachen doch mit einem traurigen Auge. Denn diese Elfenbeinturm-Philosophie ist wirkmächtig. Sie beeinflusst die maßgeblichen Ideen unserer Kultur. Und deshalb müssen wir uns, obwohl sie so offensichtlich unsinnig ausgerichtet ist, auf ihre Art, also links-hemisphärisch, mit ihr auseinandersetzen.
Dabei darf der Spaß aber nicht zu kurz kommen.22
Erst die Pflicht, dann die Kür :)
“Tatsächlich ist aber auch der Darwinismus, wie wir gesehen haben, eine dialektische Konstruktion, ja eine Art Religion mit sehr ausgebildeter Mythologie und Dogmatik.”
(Egon Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit, S. 1162)
Ein letztes Wort
Nehmt an dieser Umfrage teil. Das ist mir sehr wichtig:
Wenn euch dieser assoziative Ausflug in den akademischen Elfenbeinturm gefallen hat (oder er euch phänomenologisch zumindest als “Wahrheit” erschienen ist), steht ihr nun an einer Weggabelung:
Pfad A (Mehr Lebenswelt, mehr Abschweifung): Wenn ihr diesen assoziativen Ton feiert und sehen wollt, wie sich ein analytisch geschulter Geist in der echten, schmutzigen Lebenswelt (also an einem Aachener S-Bahnhof) schlägt, dann lest Aus dem Leben eines Halbzeit-Lehrers. Triggerwarnung: Es geht um kaputte Lastenräder, das Singen von Mozart-Arien auf dem heimischen Sofa, den heroischen Kampf gegen bargeldlose Ticketautomaten und eine nächtliche Hochgeschwindigkeits-Flucht nach Belgistan. Es ist die reinste rechts-hemisphärische Erdung nach all der akademischen Theorie.
Pfad B (Mehr Substanz, weniger Schnauze): Wenn euch meine Polemik hier genervt hat, ihr die philosophischen Inhalte aber exquisit fandet, dann lest meinen Text zu Iain McGilchrist und der linken Hemisphäre. Völlig unpolemisch, brav strukturiert und inhaltlich genau das Fundament, das Nagel gefehlt hat.
Pfad C (Die utilitaristische Pflicht): Beugt euch für einen kurzen Moment den algorithmischen Zwängen dieser Plattform:
Drückt auf das kleine Herzchen. Betrachten wir es nicht als platte Maximierung von pleasure, sondern als aristotelische Anerkennung des Guten.
Schreibt einen Kommentar. Zerreißt meine Argumentation oder erklärt mir, warum Gettier doch ein Genie war.
Teilt den Text mit jemandem, der dringend aus seiner left hemisphere capture befreit werden muss.
Und natürlich: Abonniert diesen Newsletter, falls noch nicht geschehen. Das ist empirisch gesehen die beste Methode, um sicherzustellen, dass meine Exkurse auch in Zukunft zuverlässig in euer Bewusstsein emittiert werden.
Es gibt diese wahnwitzige Idee, Philosophie oder überhaupt die Beschäftigung mit einem Thema dürfe langweilig sein, weil das ausschlaggebende Kriterium doch sei, dass die dargelegten Ansichten wahr sind. Ich halte das für einen blinden Fleck. Wir können nicht wissen, ob die Gedanken wahr sind. Vielleicht sind sie grandios falsch. Wenn sie aber auf eine ästhetisch ansprechende Art präsentiert sind, haben wir wenigstens unsere Zeit nicht vollends verschwendet, wenn sie sich als falsch herausstellten (oder wir sie zumindest als falsch beurteilten).
Zudem sollten wahre Ideen einen geradezu dazu verlocken, sie als wahr zu erkennen und dazu benötigen sie die geeignete Form. Das ist meine wohldurchdachte Meinung. Ich könnte mich teuflisch irren. Aber wenn ich mich irre, dann war es wenigstens nicht abartig schrecklich, diesen Paragraphen zu lesen, oder?
Wobei ich mich alle paar Tage frage, ob dies wirklich das ist, womit ich meine spärlich bemessene freie Zeit verbringen sollte. Warum mit Gehörlosen in Gebärdensprache sprechen? (Die Antwort liegt in der Frage.) Aber es gibt immer Pflicht und Kür. Und diese Auseinandersetzung ist nun einmal meine (frei übernommene) Pflicht (1). Die Kür sind dann Texte wie dieser.
(1) Präziser gesprochen müsste ich sagen, eine meiner diversen frei übernommenen Pflichten. Und nachdem man eine Pflicht einmal übernommen hat, wäre es eine Schande, sie ohne Not wieder abzulegen.
Nun ja, normales Bier vertrage ich nicht, was, den Spruch aus Brügge sehen und sterben in formallogischer Weise umkehrend (“ein normales Bier für mich, denn ich bin normal) daran liegen könnte, dass ich nicht normal bin. (Was auch schon eine Erkenntnis für sich bedeutet. Aber mit 37 sollte man solche Dinge so langsam erkannt haben, finde ich.) Ein alkoholfreies, glutenfreies Bier vertrage ich durchaus — aber ich finde es auch verrückt, dass es so etwas überhaupt gibt. Wenn du — so wie ich — weder Alkohol noch Gluten gut verträgst, dann will etwas dir damit vielleicht sagen, dass du schlicht kein Bier trinken solltest. So wie der Typ im Traum bei Wladimir Kaminer, der ihm sagt, er solle aufhören “Käppchen” zu trinken (also Rotkäppchen-Sekt), das sei “Schwulenwasser”, er solle Bier trinken oder Wein, wie ein Mann. #CancelKaminer, nehme ich an, aber früher durfte man so etwas noch lustig finden und ich für meinen Teil finde das immer noch eine gradiose Erzählung, die, durch die Polyphonie der Erzählung, auch kein bisschen homophob ist, sondern sich vielmehr über Homophobie lustig macht.
Andererseits gibt auch der Biologe Kevin Mitchell (Free Agents) (1) frank und frei zu, dass sie diesbezüglich sehr im Dunkeln stochern. Mitchell glaubt aber mit der Überzeugung eines echten Naturalisten (aber was unterscheidet den vom Dogmatiker?) ganz fest, dass wir eines Tages schon noch herausfinden werden, wieso es doch ganz logisch war, dass Leben nach rein physikalisch-chemischen Prozessen entstehen konnte. (Was uns natürlich an Laplaces Behauptung erinnern darf, auch wenn wir dies nicht könnten, sei die Bewegung aller Teilchen grundsätzlich problemlos zu berechnen, was sich als hoffnungslos unterkomplex herausgestellt hat #Chaos #Komplexität #Prigogine #Quantenmechanik.)
(1) Über Free Agents werde ich hoffentlich ebenfalls zeitnah eine (polemische) Rezension anfertigen müssen. (Beachtet die innovative Kombination aus “hoffentlich” und “müssen”. Was darf Sprache?)
Teleologie bedeutet eigentlich die Lehre (Logie) vom Telos, aber was ist das Telos? Da wir das nicht mehr so richtig wissen (reden wir erst gar nicht von der Entelechie) übersetzen wir es irreführend mit Ziel, und Teleologie aber nicht als Lehre von den Zielen, sondern, irritierend als Zielgerichtetheit. Diese Unlogik hat System. Wir sprechen auch von Technologien statt von Techniken. Und sagen psychologisch statt psychisch. Vielleicht zeigt sich darin ein Drang zum logos, oder geistige Umnachtung, oder ein Drang zur Abstraktion: Realität frisst Wirklichkeit.
Was mich an die lustige Stelle in Marc-Uwe Klings Qualityland erinnert, wo der Adolf Hitler - Roboter den Protagonisten und seine Ische fragt, ob sie “Loge oder Parkett” wollen und auf die Frage, was denn der Unterschied sei, antwortet: “Loge ist teurer. Sonst kein Unterschied.” Woraufhin sich die beiden Verliebten natürlich für die Loge entscheiden. Das ist nicht einmal unrealistisch. Genau nach dieser Strategie kaufen viele Leute auch ihre Schuhe und Handys. (1)
(1) Ist euch nebenbei bemerkt schon einmal aufgefallen, wie seltsam Menschen eigentlich sind. Mir ist das vor kurzem wie Schuppen von den Augen gefallen: Menschen sind komische Wesen mit komischen Ansichten und komischen Verhaltensweisen. Und jeder Mensch ist aus Sicht der anderen sehr, sehr komisch. Bei sich selbst merkt man es nicht, weil man es für normal hält. Siehe Fußnote 3!
In seinem früheren Aufsatz The Psychophysical Nexus (2002) verwirft Nagel den Panpsychismus noch als zu dualistisch: “This position is not equivalent to panpsychism. Panpsychism is, in effect, dualism all the way down. This is monism all the way down.” (aus: What is it like to be a Bat? (50th anniversary ed.), S. 51).
Nagel stützt sich bei seiner Kritik am kosmischen Zufall unter anderem auf ein nicht zu verachtendes Paper des MIT-Philosophen Roger White (Does Origins of Life Research Rest on a Mistake?, 2007). Die Ironie daran ist aber, dass White darin präventiv genau Nagels eigenen Lösungsansatz verhindert.
White zeigt auf, dass blinde physikalische Gesetze absolut keinen logischen Grund haben, eine Tendenz (einen “Bias”) in Richtung Leben aufzuweisen, wenn wir nicht eine dahinterstehende intentionale Kraft (Agency/Gott) annehmen. Wer den Schöpfer ablehnt, so White, der muss konsequenterweise akzeptieren, dass das Leben ein unfassbar unwahrscheinlicher, glücklicher Zufall war.
Nagel weigert sich jedoch, diese intellektuelle Konsequenz zu ziehen. Er nutzt Whites Kritik am Zufall, ignoriert aber Whites Begründung und flüchtet sich stattdessen in seine blasse “Naturteleologie” – eine physikalische Zielgerichtetheit ohne Zielsetzer und ohne Intentionalität. White selbst bemerkte dazu treffend, dass die Vorstellung, unpersönliche physikalische Gesetze würden sich magisch in Richtung Leben ausrichten, auf einem “verwirrten Anthropomorphismus” beruht. (“to suppose that impersonal physical laws are likely to constrain the constants in this way can only be based on a confused anthropomorphism.”, S. 466.)
An anderen Orten (The View from Nowhere, Moral Luck) hat Nagel sich zum Thema ausführlicher geäußert. Dort verzweifelt er scheinbar an der Frage nach der Willensfreiheit. Er kann sie weder aufgeben noch begründen, wie es sie geben können sollte. Hätte er doch nur einfach Rudolf Steiner gelesen. Au Banan!
Nachzulesen bei Iain McGilchrist, The Matter with Things, Kapitel 12: The Science of Life: A Study in Left Hemisphere Capture. McGilchrist hat dieses Kapitel auch in mehreren Teilen auf Substack veröffentlicht.
Was eine Parallele darin hat, wie Brigitte Falkenburg ausführlich in Mythos Determinismus darstellt (ich zitiere mittlerweile aus der 2. Auflage von 2024, weil ich die aktuellen Erkenntnisse zu brauchen meinte (was meine Form der Hybris sein könnte (1)), also wenn jemand die 1. Auflage von 2012 haben möchte, PN an mich, ich verschenke sie gerne, weil, was dadrin steht, im Wesentlichen korrekt ist (2)), dass die Neurologie sich auch nicht dazu aufgerafft kriegt, die eigenen methodischen Grundlagen kritisch (und kulturalistisch) zu reflektieren; und dass die Psychologie und Medizin nur kosmetisch auf die Replikationskrise reagieren, im Wesentlichen aber weitermachen wie bisher. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn Wissenschaftsfeindlichkeit weiter um sich greift, was irgendwie schade, aber verständlich ist, wenn Wissenschaft ihren Job nicht erfüllt. (Was eine Parallele darin hat, dass Politiker und Journalisten immer unbeliebter werden, was meiner bescheidenen Meinung nach ebenfalls daran liegt, dass sie kosmetische Verschönerung betreiben, statt ihre methodischen Grundlagenprobleme in Angriff zu nehmen. Man hat manchmal das Gefühl, führende Politiker in Deutschland würden auch weiterhin noch behaupten, sie müssten nur ihre Politik mal besser erklären, dann würde das schon, wenn die AfD Tränen lachend bei 60% angekommen sein wird…
(1) Ich gebe zu, der ausschlaggebende Grund, warum ich die erste Auflage nie so richtig tiefgehend studieren konnte, war, dass mir das Cover nicht gefallen hat. Dieser rote Dominostein in einem ansonsten blau gehaltenen Design und dazu diese gelbe Schrift, das hat mich getriggert. (Man mag jetzt meinen, dass man das ja nicht sehen muss, während man das Buch liest, weil es dann aufgeschlagen ist, aber das dritte Auge sieht es weiterhin. Das hässliche Artwork starrt mich sozusagen von unten und durch den Buchdeckel mit seiner fiesen Fratze permanent an, während ich mich auch nur im gleichen Raum aufhalte wie das Buch. Eigentlich gruselig, wenn man drüber nachdenkt.)
Das Artwork der zweiten Auflage hat ein beruhigendes Türkis. (Jetzt denkt ihr bestimmt auch an Marc-Uwe Klings Klugscheißerchen. “Es ist nicht blau, es ist türkis.” Siehe Bild (Aber warum Springer (nicht zu verwechseln mit der BILD-Springer-Presse) meint, da drauf schreiben zu müssen, dass es ein Sachbuch ist, erschließt sich mir nicht. Wer kauft ein Buch namens “Mythos Determinismus: Wieviel erklärt uns die Hirnforschung?” für 33€ (danke, Buchpreisbindung), OHNE sich klar gemacht zu haben, dass es sich wahrscheinlich nicht um einen Roman oder Gedichte handelt? Springer muss seine Leser für super komisch halten. Siehe Fußnote 5(1)):
(2) Na, ist euch aufgefallen, dass ich das einfach so apodiktisch behaupte, ohne eine epistemische Verklauselung wie “ich denke” oder “m.E.”? Mir ist es aufgefallen, aber in diesem Fall habe ich es so stehen lassen, weil ich mir dieses apodiktische Urteil zu fällen erlauben zu dürfen glaube. Guckt, wenn man etwas präzise ausdrücken will, wird es gleich grammatikalisch hammer kompliziert. (Oder, wie Vektor7 neuerdings sagen würde: hamma complicated.)
Das ist zugegebenermaßen ein drastisches Bild. Andererseits spricht Reinhard Mey in Sei wachsam auch davon, dass junge Dinger den Politikern ihr Essen vorkauen, wenn ich recht erinnere. Drastische Bilder sind also Teil hoher Kunst. Und polemische Rezensionen sind gezwungen, “in die Menge zu schießen”, wie wir früher sagten, wenn wir beim Bäng-Spiel diese Karte spielten, die einen Schuss auf alle Spieler abgab. (Gattling?) Wir sagten auch immer, wenn einer die Winchester spielte, “Jetzt werden mit der Winchester Pimp-Rapper umgeballert”. (Danke, Kollegah) Good ol’ times.
die Leute woll’n Rap seh’n, extrem - um mit Samy Deluxe und Afrob zu sprechen, also ASD, die nicht haben wissen können, dass eines Tages diese Abkürzung zu nah an AfD sein würde, um noch glatt über die Lippen zu gehen.
Ich habe diesen Gedanken schonmal geäußert, aber scheinbar nur in einer Note, jedenfalls finde ich ihn nicht mehr: “Alle wollen nur noch ASD” klingt viel zu ähnlich zu “Alle wollen nur noch AfD, viel zu viele Hits, Baby, AfD”… Ich begreife nicht, warum die AfD dies nicht immer in ihre Tiktok-Videos reinsampelt. Wobei vielleicht macht sie’s ja. Ich gucke kein TikTok und wenn, dann trotzdem keine AfD-Werbevideos, wobei ich natürlich nicht wissen kann, was ich dabei verpasse. (1)
(1) Und weil das Wort Wissen jetzt schon so oft gefallen ist, eine kleine philosophiegeschichtliche Anekdote: Bekanntlich wurde Wissen schon seit der Antike analysiert als drei Bedingungen gehorchend: Man hat Wissen über X, gdw (genau dann wenn, also wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind, ist dies notwendig und hinreichend dafür, dass man es hat, dann kann man es seelenruhig in seine Tasche packen und wenn andere dann fragen: Was hat das Ding in seiner Tasche? (Gollum), kann man antworten: Geballtes Wissen, darauf wäre Gollum nie gekommen)
man X glaubt
X wahr ist (duh!)
man gute Gründe hat, also berechtigt ist, X zu glauben.
Man kann nichts wissen, was man nicht glaubt (!), man kann auch nichts wissen, was nicht stimmt, und man kann nichts wissen, wofür man keine Gründe hat es zu glauben. Die dritte Bedingung war schon immer strittig und ich für mein Teil (1) habe so lange darüber nachgedacht, dass ich schlicht keine Intuitionen mehr dazu habe, ob sie eigentlich nötig ist oder nicht, jedenfalls ist aber völlig unterbestimmt, was als Begründung gelten darf und was nicht. (Was nicht davon ablenken sollte, dass die zweite Bedingung sowieso in den meisten spannenden Fällen nicht überprüfbar ist. Wenn wir wüssten, dass 2. erfüllt ist, bräuchten wir ja keine darüber hinausgehende Begründung. Zu wissen, dass X wahr ist, ist die beste Begründung dafür, X zu glauben, die man sich denken kann. Aber zugleich wissen wir es in der Regel ja gerade nicht. Beachtet den reflexiven Gebrauch des Wortes “wissen”. Wir wissen vielleicht etwas, aber wir wissen nicht (können nicht wissen), dass wir es wissen. Diese Reflexivität führt uns in die tiefen Gefilden der logischen Paradoxien, wie wir sie bei Russell nachlesen können (und ich will noch immer eine Vignette über Russell und Whitehead schreiben!) und wir dürfen natürlich an Tarskis Wahrheitsdefinition denken. Der Schlaumeier erkannte, dass “Schnee ist weiß”, genau dann wahr ist, wenn Schnee weiß ist. No shit, Sherlock! Das einzig Interessante daran ist eben der Hinweis, dass wir Sprache auch als Metasprache benutzen können (und müssen, wenn wir über Sprache reden wollen), und dass wir somit eine Hierachie von Meta- und Metameta-Sprachen aufbauen können.)
So, nun aber zurück zur philosophischen Anekdote. Alles war halbwegs friedlich mit dieser Definition von Wissen, bis ein junger Analytischer Philosoph daherkam und ein 3-Seiten-Paper veröffentlichte, in dem er zwei Fälle darstellte, wo unsere Intuitionen angeblich dazu führten, dass wir die Bedinungen als erfüllt ansähen, nicht aber zugeben könnten, dass es sich um Wissen handle. Der Typ hieß Gettier, und diese Beispiele nennt man nach ihm Gettier-Fälle. Gettier hat meines Wissens weder zuvor noch danach etwas veröffentlicht. Er hat einfach nur diesen One-Hit-Wonder-Schuss abgegeben, seine Festanstellung erhalten und sich den Rest seiner langen Karriere damit beschäftigt, andere analytische Philosophen auszubilden.
Die analytische Fachwelt (Linkshemisphäriker vom Dienste sozusagen) hat sich daraufhin jahrzehntelang damit beschäftigt, wie man dieses (völlig irrelevante) Problem in der (ohnehin irrelevanten) Wissens-Definition stopfen könnte. Gettier hat darüber vermutlich des Öfteren mal herzhaft lachen müssen.
(1) Lektorat ergab, dass hier “für meinen Teil” stehen müsste, aber ich lasse es so, damit die Anspielung auf den Rammstein-Song nicht verloren geht.
Dieser Eindruck stellt sich leider immer häufiger ein. Dass die Leute gar nicht gelesen haben, worüber sie schreiben. Das war schon früher so, siehe Egon Friedell, aber heute ist es schlimmer denn je dank KI, finde ich.
Ich zitiere ihn hier in vollem Wortlaut, weil Peirce noch wusste, wie man seinen intellektuellen Gegner empfindlich demütigt:
“The materialistic doctrine seems to me quite as repugnant to scientific logic as to common sense; since it requires us to suppose that a certain kind of mechanism will feel, which would be a hypothesis absolutely irreducible to reason,—an ultimate, inexplicable regularity; while the only possible justification of any theory is that it should make things clear and reasonable.” (S. 170)
Boooom, headshot!
Ich hatte kürzlich Gelegenheit, mich dazu zu äußern, dass Ockhams Rasiermesser ein rhetorischer Trick ist, das was man selbst glaubt als klüger darzustellen als es ist. Lest selbst (Vorsicht, Englisch!):
Nagel begeht den gleichen Fehler wie der New Atheism: Sich die dümmsten (oder sagen wir: intellektuell am wenigsten ausdifferenziertesten) Versionen von Theismus anzugucken und dann zu behaupten, dies sei der Kern des Theismus. Das nennt man strawmanning, oder so Ähnlich und es ist offensichtlich intellektuell nicht redlich. Beim New Atheism kann man das noch verstehen: Es ist schlicht Propaganda, das dort produziert wurde und Propaganda hat nicht den Anspruch, intellektuell redlich zu sein. Nagel hingegen schon — warum er dennoch über Theismus schreibt, ohne offensichtlich auch nur einen Thomas von Aquin studiert zu haben, ist mir schleierhaft. (Hätte sich auch mehr gelohnt, Thomas zu lesen, als sein deep reading von Sharon Street.) (1)
(1) Sharon Street hat folgenden Gedankengang in einem Paper veröffentlicht (A Darwinian Dilemma for Realist Theories of Value) und wurde dafür hart gefeiert, als ob nicht so gut wie jeder Teenager und die allermeisten Philosophen vor ihr diesen Gedanken nicht auch schon einmal gehabt hätten:
Die MND-Theorie ist nicht vereinbar mit einem Werterealismus. MND ist aber empirisch gut belegt. Wir müssen also den Werterealismus aufgeben. (Felix Bölter, das wäre wohl das Paper, dass du dir anschauen solltest und widerlegen müsstest, wenn du für Naturalismus + Werterealismus argumentieren willst.)
Nagel dreht das um und sagt: Wenn Werterealismus und MND nicht vereinbar sind, müssen wir MND aufgeben, selbst wenn es empirisch gut belegt ist, weil es konzeptionelle Probleme hat, die sich sowieso nicht lösen lassen, also haben wir keinen guten Grund, den Werterealismus aufzugeben. Ich finde Nagels diesbezügliche Position nicht unplausibel, zumal ich einen sehr ähnlichen Judo-Wurf in Bezug auf die Willensfreiheit plane. Dennoch bleibe ich dabei, dass selbst ein dogmatischer Atheist von Thomas mehr gelernt hätte als von Street.
Bennett hat später dann ein Buch über die drei großen Rationalisten (Descartes, Leibniz, Spinoza) und die drei großen Empiristen (Locke, Hume, Berkeley) geschrieben, dass er Learning from six philosophers genannt hat — mein Lieblingsdozent an der Uni, Oliver Schlaudt, bemerkte dazu sehr richtig, das Buch hätte er lieber “Sechs Philosophen und was sie von MIR hätten lernen können” nennen sollen. Ich meine mich, dass ich dieses schöne Bonmot schon einmal hier auf Substack erwähnt hätte, und ich hasse es wie alle anderen Menschen auch, mich zu wiederholen.(1)
(1) Wobei es von außen oft so wirkt, als würden Menschen im allgemeinen es LIEBEN, sich zu wiederholen und ständig immer wieder das Gleiche oder sogar das SELBE zu sagen, im selben Gespräch sogar. Menschen sind seltsame Wesen mit seltsamen Praktiken. Siehe Fußnote 5(1).
Seltsamerweise tut Nagel so, als wäre sein Intuitionismus die einzige mögliche Form eines Werterealismus. Zwar sagt Nagel, dass eine werterealistische Position besagt, dass “unsere Reaktionen versuchen, die evaluative Wahrheit wiederzugeben, und in Bezug auf diese richtig oder unrichtig sein können” (S. 142), dass sie somit abstreite “dass die Wahrheit [eines moralischen Urteils] von unseren Dispositionen abhängt” (S. 145) (weil es nämlich genau anders herum ist, unsere Dispositionen bringen uns im Idealfall in Übereinstimmung mit der moralischen Wahrheit). Dann aber behauptet er es sei eine “fatale Fehlinterpretation" des Realismus”, wenn man die Frage stelle, was für den Realisten denn dann die Handlung richtig oder falsch mache, oder in Nagels Worten, “dass dasjenige, was Werturteile richtig oder falsch sein lässt, etwas anderes als ein Wert sein muss” — dem sei nicht so, der Wert selbst mache sich selbst wahr, sozusagen, ohne dabei aber — und das verstehe ich ehrlich gesagt nicht — “eine metaphysische Theorie” zu beinhalten: “Der Realismus ist keine metaphysische Theorie des Grundes für moralische und evaluative Wahrheit.” (S. 146)
Das Seltsame daran ist zweifach: Erstens stimmt dies offensichtlich nicht für die meisten realistischen Moraltheorien. Es stimmt eigentlich nur für den Moore’schen Intuitionismus. Zweitens scheint mir unklar, wie selbst dieser Intuitionismus es vermeiden soll, eine metaphyische Position zu beinhalten. Mir scheint viel eher, dass Nagel hier den gleichen Fehler begeht wie der logische Empirismus des Wiener Zirkels: die eigenen metaphysischen Annahmen nicht als solche zu erkennen und deshalb zu glauben, man könne ohne auskommen. (Was ihnen Popper und Wittgenstein nebst anderen aber vorgeführt haben; meines Wissens hat Carnap es auch selbst erkannt, später.)
Das klassische Gedankenexperiment ist Robert Nozicks „Erlebnismaschine“ (Experience Machine). Nozick fragt: Würdest du dich an eine Maschine anschließen lassen, die dir für den Rest deines Lebens die perfekte Illusion von maximaler Lust und null Schmerz gibt? Fast alle Menschen sagen: Nein, ich will echte Erfahrungen, auch wenn sie schmerzhaft sind. Es gibt das Experiment nebenbei auch mit Ratten. Dabei kam klassisch-linkshemisphärisch gedacht heraus, dass eine Ratte, die mit Futter und einem Lust-Hebel eingesperrt ist, solange den Lusthebel drückt, bis sie stirbt. Neuere Experimente haben dann aber ergeben, dass die Ratte dies nicht tut, wenn sie in einer ansprechenden und sozial anregenden Umgebung lebt. Dann nutzt sie das Morphium-Wasser zwar, aber missbraucht es nicht. Vielleicht ist es bei Menschen ähnlich. Für Details: Bruce K. Alexander, The Globalization of Addiction: A Study in Poverty of the Spirit (2008).
Ursula K. Le Guin hat in der grandiosen Kurzgeschichte The Ones Who Walk Away from Omelas folgendes Szenario (in Anlehnung an William James und Dostojewskij) erdacht: Stell dir eine utopische Stadt vor, in der alle Bewohner in absolutem Frieden, Reichtum und unendlichem Glück leben. Ein perfekter utilitaristischer Traum. Es gibt nur eine einzige Bedingung für dieses kollektive Glück: In einem dunklen, feuchten Keller unter der Stadt muss ein einziges, unschuldiges Kind für immer in Angst, Schmutz und Schmerz gequält werden. Nach der reinen utilitaristischen Logik (das größte Glück für die größte Zahl) ist diese Stadt ein moralischer Triumph. Die Rechnung geht schließlich auf! Unsere tiefste, rechts-hemisphärische moralische Intuition schreit jedoch auf und sagt: Eine solche Stadt ist ein absoluter moralischer Abgrund. Es ist kategorisch falsch, ein Kind zu foltern, völlig egal, wie viel "pleasure" auf der anderen Seite der Gleichung steht. Wer das nicht spürt, ist für die Ethik im Grunde verloren.
Zudem lässt sich schnell zeigen, dass Schmerz überhaupt nicht vermieden wird, Lust nicht um jeden Preis gesucht, und dies auch nicht daran liegt, dass Menschen sich darüber irren, was sie wollen. Schmerz und Leid sind oft der konstitutive Kern von tiefer Sinnhaftigkeit. In der Trauer verbirgt sich die ganze Größe und Wahrheit der vorangegangenen Liebe (wäre der Schmerz nicht so groß, wäre die Liebe eine Lüge gewesen). In der Erschöpfung des Künstlers liegt eine fast transzendente Freude. Wenn wir allen Schmerz aus der Welt tilgen würden, würden wir nicht im Paradies landen, sondern in einer infantilen, flachen, unerträglich banalen Hölle. Wie in der aristotelischen Mesotes-Lehre kommt es offensichtlich auf das rechte Maß an.
Was uns an die Gettier-Fälle aus Fußnote 11(1) erinnern darf.
Der Utilitarismus ist m.E. keine plausible ethische Theorie, sondern eine Heuristik für die Politik. Als solche hat sie Bentham auch entworfen. Das Missverständnis, dem er möglicherweise selbst schon teilweise erlag, zeigte sich dann bei J.S. Mill, der in einem gewaltigen Missreading (á la Harold Bloom, The Anxiety of Influence) bereits seinen eigenen Dünkel mit hineinlegte (lieber der unglückliche Sokrates als das glückliche Schwein), wobei der Witz des Utilitarismus als liberaler Poltitik-Heuristik ja gerade war, dass es den Staat nicht weiter zu kümmern habe, woraus seine Bürger am meisten pleasure oder pain bezögen, er diesbezüglich also rein deskriptiv vorgehen müsse.
Die Sollens-Ethik (think: Kant) hingegen schwebt gleichsam ganz frei von der menschlichen Lebenswelt über den Dingen und leidet an dem Problem, das Kant schon erkannt hat, das ihm aber eher ein feature zu sein schien als ein bug, dass es nämlich sehr ungewiss sei, ob überhaupt schonmal ein Mensch eine wirklich moralische Handlung im Sinne Kants vollzogen habe.
Die Tugendethik und verwandte Überlegungen (im Kommunitarismus z.B. bei Michael Sandel) scheint mir hingegen wirklich für Menschen angelegt, die in der wirklichen Welt leben und handeln müssen. Eine besonders aussichtsreiche Form der Tugendethik (meiner Lesart nach) bietet, nebenbei bemerkt, Rudolf Steiner in seiner Philosophie der Freiheit. Er nennt sie dort moralischen Individualismus, was einer Absage an jede allgemeine Regel gleichkommt. Gut handeln würde in jeder individuellen Situation etwas individuell anderes heißen, und darum lässt es sich nicht kodifizieren (und damit linkshemisphärisch einsperren.) Wie die Alten schon erkannten, kann man gut zu handeln nur durch die Kenntnisnahme derer erlernen, die bereits gut handeln. Dieser Zirkel ist kein Problem für die Lebenspraxis, denn genauso machen wir es ja auch wirklich. Wir nehmen uns Vorbilder und bemühen uns, unsererseits wieder welche zu sein.
Diese Konzeption ist — am Rande bemerkt — unwahrscheinlich nahe dran an Richard Rortys Ironismus oder auch Bernard Williams … tja, wie nennen wir es, historischem Quietismus mit tragischer Aufmüpfigkeit? Wenn wir diese modern-athestischen Konzeptionen nehmen und lediglich (aber was heißt hier lediglich) eine geistige (kosmisch teleologische) Ebene hinzufügen, landen wir bei Steiners moralischem Individualismus, der eine echte Synthese bildet aus objektiver Moral und den Einsichten in die Bedingtheit der menschlichen Existenz.
Wohlgemerkt rede ich hier nur von der philosophischen Theorie der Philosophie der Freiheit. Steiners Anthroposophie geht inhaltlich natürlich darüber hinaus und ist dann auch deutlich anders als Rorty und Williams.
Wobei Denker wie MacIntyre dahin geführt wurden, infolge der überzeugenderen Konzeption von Ethik auch den metaphysischen Überbau zu akzeptieren: Er wurde wegen Thomas von Aquin Katholik. Und davor hat ein dogmatischer Atheist natürlich … Angst?!
In meiner Kritik habe ich, hehe, den Nagel auf den Kopf getroffen. AmIright?




Haha, du Chaosgnom, disst du deinen wertvollsten Verbündeten innerhalb der anal Philosophie!
Sachen gibt's.
Manche Menschen wollen halt die ganze Welt brennen sehen.
Aber das Gollum-Quote in FN 11 war der Hamma! Dafür allein hat's sich gelohnt.
Der Joke in FN 22 ist auch nicht schlecht Herr Specht :)
Ich habe für Fußnote 18 gestimmt. Die ist gut. Dennoch bin ich nich ganz deiner Meinung - das kennen wir ja schon - und würde mich freuen, wenn du dir diesbezüglich meinen Artike anschauen würdest: https://vektor7.substack.com/p/der-baum-der-unnotigen-erkenntnis?r=5u8lca&utm_medium=ios
(Aber freundlich bleiben.)