18 Kommentare
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Avatar von Bernhard Erne

Wunderbar! Ich liebe deine Mäandertexte, Conrad, einschließlich der schon leicht verlandenden Altlaufschleifen. Ich lese. Und warte un- aber doch geduldig auf die Klus mit den Stromschnellen ... und warte ... und lese. – Ah! Unter IV: endlich! Worüber er EIGENTLICH schreiben wollte: Erkenntnisgrenzen, die zu überwinden wären, jaaa! Aber das Wasser ist alle, die Klus vertrocknet, Stromschnellen ohne Strom, aha der Akku bald leer und Conrad findet das Kabel nicht die Fußnoten sind im Eimer es reicht gerade noch für die Telefon-Nr. – Mann Conrad du bewegst dich hart wenn auch Thema-konform an der Grenze und bringst mich auch an selbige, hab Lust dich anzurufen zur Strafe! Das mit dem 19. Jh. hab ich kapiert und das Übrige auch, nun hoffe ich auf einen Band 2! Den mit den Stromschnellen. MIT Fußnoten gefälligst ...

Avatar von Conrad Knittel

EDIT: Vielen Dank natürlich für diesen wunderschönen Kommentar, der ja selbst ein literarisches Kunstwerk ist.

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Hab ich ein paar neue Worte gelernt von dir, danke :) Weiß nicht, ob ich mir irgendwas davon merken kann. Klus vllt. Altlaufschleifen.

Und die Fußnoten sind jetzt (in Klammern) in den Lauftext integriert, weil Substack zu dumm ist, die Fußnoten lesefreundlich aufrufbar zu machen. (Als ich anfing, konnte man die aufrufen, indem man auf die Zahl klickte, das funktioniert seit geraumer Zeit nicht mehr. Scheinbar sind Fußnoten den meisten Nutzern nicht wichtig…) Insofern, die Fußnoten sind noch da, sie sehen nur nicht mehr so aus…

Teil 2 kommt eines Tages. Bei mir hat ja alles mindestens zwei Teile. Ein paar noch ungeschrieben…

Avatar von Bernhard Erne

Oh Gott Conrad! (Kannst die Bedeutung wählen, die dir gefällt.) Dein Kompliment unter EDIT lässt mich erröten, dann verblauen und schließlich vergilben. Willst du das?! Erstens weil: stimmt nicht (Wenn ich deine Texte lese, würde ich blass vor Neid, hätte ich denn lit. Ambit.) Zweitens weiß ich nicht, wie man ein Kompl. annimmt. Bsp.: Nach einem Konzert kommt ein Bekannter zu mir: "He, hast super dirigiert!" – "Ich weiß." ... Gesellschaftskompatibel geht anders.

Ja, die integrierten Fußnoten (sorry, hattest du schon mal erwähnt, habs wieder vergessen), ich finde das sehr gut, hilft ja beim mäandrieren! Ich seh immer Amazonas von oben, wenn ich Conrad lese, wunderschön. Vielleicht typisch, dass ich das, was ich so wohltuend finde (Stifter, Nachsommer!) mir selber nicht erlaube. Ergibt brave Schreibe, nicht schlecht aber langweilig. Macht nüt.

Freue mich auf Band 2!

Avatar von Conrad Knittel

Ja, Komplimente annehmen ist eine Kunstform xD Aber hast du doch killa hinbekommen, wie man heute so sagt ;) 1 Plus mit Sternchen. Ich selbst habe mir irgendwann mal überlegt, dass ein “Danke” mit lächelndem zu Boden blicken eine angemessene Reaktion wäre. Aber wer weiß?

Avatar von Daniel Sigrist

Ich muss zugeben, dass ich diese Blog-Challenges eigentlich nicht so mag. Ich habe die Vorstellung, dass ein Text besser ist, wenn der aus innerem Antrieb aus jemandem heraus musste, als wenn jemand sagt „Schreib doch mal über X“. Gut, diesen inneren Impuls könntest du wahrscheinlich auch fühlen, wenn du die Einladung zur Blog-Challenge liest? Vielleicht ist meine leichte Abneigung hier auch einfach nur Dissonanzreduktion, da ich es wohl niemals schaffen würde, „auf Kommando“ etwas zu schreiben.

Dein Text hat mir aber sehr gut gefallen, gerade auch das Politische. Und das Beispiel mit der Landesgrenze zwischen Küche und Schlafzimmer finde ich krass! In dem Tal, wo ich aufgewachsen bin, gab es in den 80er-Jahren Pläne für eine Autobahn, die genau zwischen dem Wohnhaus und der Scheune auf dem Hof meiner Grosseltern verlaufen wäre. Mir gefällt deine These, dass es keine Grenzen gibt, die impermeabel sind, bin aber dennoch froh, dass diese Autobahn nie gebaut wurde (inzwischen gehört Haus und Hof meiner Mutter).

Apropos anderweitig beschäftigt: Wir sind gerade eine Woche in den Familienferien, am ersten Morgen (heute) verknackst sich meine Frau den Knöchel, so dass sie jetzt an Krücken geht. Ab sofort muss ich also den ganzen Kinderladen mehr oder weniger alleine schmeissen und meiner Frau den Tee bringen. Hier verschiebt sich auch gerade eine Grenze, zwischen Ferien und Alltag.

Somit kann ich also gerade nicht über das schreiben, wozu du mich eingeladen hast. Wenn ich das täte, wäre aber auch die Glaubwürdigkeit meines Eingangsstatements dahin. Und ich will hier ja nicht meine guten Ruf gefährden!

Deshalb habe ich dich auch nicht angerufen.

Avatar von Conrad Knittel

Für das nicht angerufenwerden bin ich jeden Tag dankbar xD

Was die Blog-Challenges Schreib über X angeht, ist mir aufgefallen, dass ich bei meiner ersten Teilnahme noch sehr präzise darauf geachtet habe, was genau die Fragen waren, die zum Begriff gestellt werden und mich seitdem immer mehr davon befreie und über das schreibe, worüber ich sowieso schreiben wollte, und dann das Stichwort wie einen Fokus- oder Ausgangspunkt nehmen kann.

Ich mache das eigentlich ganz gerne. Ist aber auch so, dass es anfängt zu rattern, sobald ich den Begriff wahrgenommen habe. Grenzen. Grenzen. Hm.. Grenzen. Ok, also über Erkenntnisgrenzen könnte ich schon schreiben… und dann lese ich etwas, und da werden Grenzen erwähnt… weiß du, so wie wenn du von Schopenhauers (vergangener) Existenz erfährst und plötzlich taucht der überall auf, selbst in Buchtiteln…

Ich hoffe, du hast die Herausforderung bravourös bestanden und deiner Frau zudem den verstauchten Knöchel noch versüßt, in einer echten gesunden Grenzüberschreitung. Liebe Grüße

Avatar von Lautes Atmen im System

Danke für Deine Ausführungen und Gedanken zu dieser Challenge.

Lokalhistorisch betrachtet denke ich an den Kaffeeschmuggel „über Grenzen hinweg“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aachener_Kaffeefront

Ganz besonders finde ich unser Vaalserquartier und die B1.

Schöne Grüße aus ca 30 km Luftlinie Entfernung! 🥸

Avatar von Darnoc

Dann nehme ich an wird unsere Party in Aachen steigen, nicht in Heidelberg ;)

Avatar von Winston

I beg to differ, Conrad ☺

"Der Mensch setzt Grenzen, oder versucht es" und

"Es gilt, meiner Hypothese nach, alle Grenzen zu überwinden."

Ich setze meine eigene Hypothese dagegen: Gott setzt dem Menschen Grenzen, damit das Zusammenleben gelingen kann. Es gilt, sie nicht zu überwinden, sondern den Verführer, den Vater aller Lüge, zu überwinden.

Wir lesen, dass Gott den ersten beiden Menschen nur eine einzige Grenze setzte. Die wurde gleich mal überschritten, zum Schaden der Menschen.

Er pflanzt jedem Menschen ein Gewissen ein (Kain *wusste*, dass Töten Unrecht ist). Es gab aber anfangs recht wenige Grenzen oder Gebote/Anweisungen. Das nahmen die Menschen zum Anlass, es so richtig krachen zu lassen und Gott musste mit der Sintflut eingreifen (1. Mose 6,5)

Gottes Grenzen sichern unsere sittliche Existenz. Gesetzlose werden maßlos.

(Gesetz übrigens ≠ Satzung ≠ Zielsetzung [Torah]).

Wir haben von Gott einen freien Willen bekommen. Zu unserem großen Glück schränkt Gott aber diesen freien Willen trotzdem auf ein gewisses Maß ein. Wir hätten uns schon längst alle gegenseitig ausgelöscht, wäre es nicht so.

Avatar von Conrad Knittel

Hm, was antworte ich darauf?

Also nach meinem guten Homeboy und Bonmot-Lieferanten Egon Friedell zeichnet es große Wahrheiten ja aus, dass ihr Gegenteil, paradoxerweise, auch wahr ist. Insofern liegt im Widerspruch kein Widerspruch, sondern die Synthese, frei nach Hegel.

Friedell hatte auch ein interessantes Verhältnis zum Christentum. Meiner Recherche nach war er jüdischer Abstammung aber Protestant. In seiner Schrift lässt er aber quasi kein gutes Haar an Luther und zeigt tiefe Verachtung für das Alte Testament…

Wahrscheinlich eine Art Otto Weininger Lektüre - induzierter Selbsthass.

Man könnte unsere Sichtweisen vllt dahingehend zusammenführen, dass ich ja sage, dass es den rechten Zeitpunkt jeweils für die Grenzüberschreitung gibt, und manche davon liegen dann erst nach dem neuen Jerusalem oder so? ;)

Avatar von Winston

"Hm, was antworte ich darauf?"

Wir haben unterschiedliche Sichtweisen. Das ist (zumindest in meiner Welt) in Ordnung, erst recht bei Glaubensfragen. Ich wollte meine lediglich - kurz - darlegen.

Avatar von Simon Felix Lantin

Guter Artikel.

"Der überwältigende Teil des Diskurses, der über diese Fragen öffentlich geführt wird, ignoriert diese Zielperspektive." (aka das Ziel der Konfliktlösung Nahost/Ukraine) - Das geht mir genauso. Ich denke aber der Grund ist, dass es den meisten Menschen zu kompliziert und zu gefährlich ist.

Ich bin mal gespannt, ob auch Bots oder andere maliziöse Software deine Telefonnummer entziffern können bzw. ob du auch Scamcalls bekommst. Viel Spaß damit, ist auf jeden Fall ein gewagter (mutiger) Schritt eine Grenze/Angst zu überwinden.

Avatar von Conrad Knittel

Danke. Anrufen würde mich ja nur, wer mich schocken will. Wer von meinen lieben Lesern sollte das wollen?

(Bisher hat niemand angerufen. Auch kein Scammer.)

“zu kompliziert und zu gefährlich ist” — ich würde sagen, “erscheint”, denn in Wahrheit ist es zu gefährlich, es nicht zu tun, denke ich jedenfalls.

Avatar von Simon Felix Lantin

Heya. Jo, hab das auch genauso gemeint, dass es schon anders schlauer wäre und dementsprechend auch gar nicht realistisch eingeschätzt wird.

Avatar von wort.bruch

Ich gehe bei deiner politischen Ausführung zwar nicht mit, aber sonst gefällt mir der Beitrag ganz gut. Ich hatte mich jedoch gefragt, wieviele Anrufe du jetzt bekommst.

Avatar von Conrad Knittel

“ganz gut” — have a small penis instantly ;)

0 Anrufe. Find ich gut. Man will mich schonen. Da ich den ganzen Vormittag in meinen alten Tagebüchern gelesen habe (wer hat das wohl verschuldet?), bin ich ganz verwirrt und sentimental und schutzlos und würde niemals ans Telefon gehen, wenn es heute klängelte.

Aber zurück zum Thema: Wo biegst du ab?

Avatar von wort.bruch

Das hatte ich dir anderswo doch schon geschrieben, aber zurück zu deinen Tagebüchern. Erzähl mir mehr...

Avatar von Conrad Knittel

Das kommt dann im Artikel.