6 Kommentare
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Avatar von Vektor7

(Ja. Tut mir leid. Das ist nunmal meine erste Reaktion - auch auf deine letzten Texte. Ich brauchte ein bisschen Zeit um mich davon zu erholen und dann kann ich auch vernünftig kommentieren)

Avatar von Micha | Ästhet des Abgrunds

Kann zwar dem naturwissenschaftlichen Anspruch nicht gerecht werden, aber ich nehme bei Determinismus immer gerne Bezug auf Heidegger und frei nach ihm dann den Selbstentwurf im Geworfen sein. Klar kann man dann den Entwurf auch wieder einzuketten versuchen, weil er selbst natürlich im Rahmen des Geworfenen nur entwerfen, frei sein kann. Aber es gehört schon viel Phantasie zu erklären, dass der Determinismus in seiner Struktur selbst eine Struktur beinhaltet die sich auf Zukunft ausrichtet, wozu. Um Modelle zu entwickeln, von etwas dass ja eh eingetreten wäre auch wenn man das Modell nicht entwickelt hätte.

Avatar von Conrad Knittel

Nicht sicher, ob ich folgen kann. Heidegger habe ich nie durchdrungen (wie Hegel, muss am H liegen). Die Ws liegen mir näher.

Aber es klingt schön, das ist schon einmal Etwas. Evtl willst du mir sagen, dass es eigentlich unsinnig ist, gegen Determinismus zu argumentieren, weil Menschen, die so seltsam sind, dass sie sich Deterministen nennen, zu wenig im Welt- und Menschenbild mit mir gemeinsam hätten, als dass ich überhaupt hoffen könnte, dass wir die gleiche Sprache sprechen? :)

Avatar von Micha | Ästhet des Abgrunds

Nene, ich finde dem Determinismus kann man gar nicht oft genug ins Gesicht lachen. Als eine Spielart des Lachens war der Kommentar gemeint. Der Sinn ergibt sich aus der Perspektive, unabhängig von seiner(Determinismus) amüsanten Herleitung, was für Konsequenzen es hat, wenn wir ihn als Grundlage für unser Selbstverständnis nehmen. Ich bin stark überzeugt, dass nur die fanatischsten Vertreter das Argument nicht mitgehen werden. Also diejenigen die ihr deterministisches Modell so stark schützen wollen, dass ihnen recht ist darin unterzugehen. Die meisten dürften den Spagat hinbekommen, dass sie das Modell vertreten, aber trotzdem ihre Teilhabe am Leben nicht aufgeben. Von daher, sind Texte wie deiner ein reminder an die moderaten Vertreter moderat zu bleiben. Ein gerechtfertigter Vogel-Zeig( fuck you Finger) an die Fanatiker, und Beruhigung an alle anderen.

Avatar von Christoph Klinger

Schöner Text, dem ich - du wirst es vielleicht nicht glauben - auch inhaltlich in weiten Teilen zustimmen kann. Und es tritt ja auch unser Dissens zu Tage, du schreibst es selbst:

"Und es ist eine berechtigte Forderung, dass die Vertreter einer libertären Position in der Willensfreiheitsdebatte ein Weltbild liefern sollten, das für diese Freiheit überhaupt Platz bietet.

Und es ist meines Erachtens richtig, dass ein physikalistisch-naturalistisches Weltbild einen solchen Platz tatsächlich nicht liefert. "

Deine Schlussfolgerung daraus ist, den Physikalismus zu verwerfen. Das ist natürlich legitim. Ich dagegen will am Physikalismus festhalten, bin aber davon überzeugt, dass es innerhalb dessen ein Verständnis von Willensfreiheit geben kann, das sogar noch viel sinnvoller und reichhaltiger ist als die libertarische Version.

An einer Stelle will ich aber doch noch widersprechen. Du schreibst, wenn der Determinismus widerlegt sei, sei damit "a fortiori" auch der Kompatibilismus hinfällig. Das sehe ich nicht. Ich beispielsweise bin kein Determinist. (Oder vielleicht müsste ich präziser sagen, ich bin was die Frage des Determinismus angeht agnostisch. Es wäre Aufgabe der Physik, herauszufinden, ob die Welt bis ins kleinste determiniert ist oder nicht. Aber ich habe Zweifel, dass das jemals gelingen kann.) Die Idee des Kompatibilismus ist, dass Willensfreiheit mit dem Determinismus überhaupt nichts zu tun hat. Eine solche Theorie der Willensfreiheit funktioniert in einer deterministischen Welt genauso wie in einer nicht-deterministischen.

Avatar von Simon Brunner

Hab noch nicht mit Lesen angefangen, aber es triggert mich unglaublich dass du die Artikel bisher mit römischen Zahlen durchnummeriert hast und nun plötzlich wechselst.