(Ja. Tut mir leid. Das ist nunmal meine erste Reaktion - auch auf deine letzten Texte. Ich brauchte ein bisschen Zeit um mich davon zu erholen und dann kann ich auch vernünftig kommentieren)
Schöner Text, dem ich - du wirst es vielleicht nicht glauben - auch inhaltlich in weiten Teilen zustimmen kann. Und es tritt ja auch unser Dissens zu Tage, du schreibst es selbst:
"Und es ist eine berechtigte Forderung, dass die Vertreter einer libertären Position in der Willensfreiheitsdebatte ein Weltbild liefern sollten, das für diese Freiheit überhaupt Platz bietet.
Und es ist meines Erachtens richtig, dass ein physikalistisch-naturalistisches Weltbild einen solchen Platz tatsächlich nicht liefert. "
Deine Schlussfolgerung daraus ist, den Physikalismus zu verwerfen. Das ist natürlich legitim. Ich dagegen will am Physikalismus festhalten, bin aber davon überzeugt, dass es innerhalb dessen ein Verständnis von Willensfreiheit geben kann, das sogar noch viel sinnvoller und reichhaltiger ist als die libertarische Version.
An einer Stelle will ich aber doch noch widersprechen. Du schreibst, wenn der Determinismus widerlegt sei, sei damit "a fortiori" auch der Kompatibilismus hinfällig. Das sehe ich nicht. Ich beispielsweise bin kein Determinist. (Oder vielleicht müsste ich präziser sagen, ich bin was die Frage des Determinismus angeht agnostisch. Es wäre Aufgabe der Physik, herauszufinden, ob die Welt bis ins kleinste determiniert ist oder nicht. Aber ich habe Zweifel, dass das jemals gelingen kann.) Die Idee des Kompatibilismus ist, dass Willensfreiheit mit dem Determinismus überhaupt nichts zu tun hat. Eine solche Theorie der Willensfreiheit funktioniert in einer deterministischen Welt genauso wie in einer nicht-deterministischen.
Hab noch nicht mit Lesen angefangen, aber es triggert mich unglaublich dass du die Artikel bisher mit römischen Zahlen durchnummeriert hast und nun plötzlich wechselst.
Kann zwar dem naturwissenschaftlichen Anspruch nicht gerecht werden, aber ich nehme bei Determinismus immer gerne Bezug auf Heidegger und frei nach ihm dann den Selbstentwurf im Geworfen sein. Klar kann man dann den Entwurf auch wieder einzuketten versuchen, weil er selbst natürlich im Rahmen des Geworfenen nur entwerfen, frei sein kann. Aber es gehört schon viel Phantasie zu erklären, dass der Determinismus in seiner Struktur selbst eine Struktur beinhaltet die sich auf Zukunft ausrichtet, wozu. Um Modelle zu entwickeln, von etwas dass ja eh eingetreten wäre auch wenn man das Modell nicht entwickelt hätte.
…
(Ja. Tut mir leid. Das ist nunmal meine erste Reaktion - auch auf deine letzten Texte. Ich brauchte ein bisschen Zeit um mich davon zu erholen und dann kann ich auch vernünftig kommentieren)
Schöner Text, dem ich - du wirst es vielleicht nicht glauben - auch inhaltlich in weiten Teilen zustimmen kann. Und es tritt ja auch unser Dissens zu Tage, du schreibst es selbst:
"Und es ist eine berechtigte Forderung, dass die Vertreter einer libertären Position in der Willensfreiheitsdebatte ein Weltbild liefern sollten, das für diese Freiheit überhaupt Platz bietet.
Und es ist meines Erachtens richtig, dass ein physikalistisch-naturalistisches Weltbild einen solchen Platz tatsächlich nicht liefert. "
Deine Schlussfolgerung daraus ist, den Physikalismus zu verwerfen. Das ist natürlich legitim. Ich dagegen will am Physikalismus festhalten, bin aber davon überzeugt, dass es innerhalb dessen ein Verständnis von Willensfreiheit geben kann, das sogar noch viel sinnvoller und reichhaltiger ist als die libertarische Version.
An einer Stelle will ich aber doch noch widersprechen. Du schreibst, wenn der Determinismus widerlegt sei, sei damit "a fortiori" auch der Kompatibilismus hinfällig. Das sehe ich nicht. Ich beispielsweise bin kein Determinist. (Oder vielleicht müsste ich präziser sagen, ich bin was die Frage des Determinismus angeht agnostisch. Es wäre Aufgabe der Physik, herauszufinden, ob die Welt bis ins kleinste determiniert ist oder nicht. Aber ich habe Zweifel, dass das jemals gelingen kann.) Die Idee des Kompatibilismus ist, dass Willensfreiheit mit dem Determinismus überhaupt nichts zu tun hat. Eine solche Theorie der Willensfreiheit funktioniert in einer deterministischen Welt genauso wie in einer nicht-deterministischen.
Hab noch nicht mit Lesen angefangen, aber es triggert mich unglaublich dass du die Artikel bisher mit römischen Zahlen durchnummeriert hast und nun plötzlich wechselst.
Kann zwar dem naturwissenschaftlichen Anspruch nicht gerecht werden, aber ich nehme bei Determinismus immer gerne Bezug auf Heidegger und frei nach ihm dann den Selbstentwurf im Geworfen sein. Klar kann man dann den Entwurf auch wieder einzuketten versuchen, weil er selbst natürlich im Rahmen des Geworfenen nur entwerfen, frei sein kann. Aber es gehört schon viel Phantasie zu erklären, dass der Determinismus in seiner Struktur selbst eine Struktur beinhaltet die sich auf Zukunft ausrichtet, wozu. Um Modelle zu entwickeln, von etwas dass ja eh eingetreten wäre auch wenn man das Modell nicht entwickelt hätte.